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Deutschland wichtiger Schrittmacher Liberalisierung


Verlag:

DVV Media Group GmbH

Medium
(Zeitschrift, Zeitung etc.):

ETR EISENBAHNTECHNISCHE RUNDSCHAU


Details:

Deutschland wichtiger Schrittmacher Liberalisierung


Jahr: 2007
Nummer: 1-2
Datum: Januar/Februar
Autor:
Seite(n): 62




WWW:

http://www.verkehrsforum.de

Land:

DE: Deutschland


Inhalt:

Berlin I Mir fordern von der EU die Durchsetzung ihrerVor- schriften und Richtlinien für die Liberalisierung des Schie- nengüterverkehrs in gleichem Umfang für alle Mitgliedslän- der", sagte Dr. Klaus Lippold, Vorsitzender der Parlaments- gruppe Schienenverkehr sowie des Ausschusses für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im Deutschen Bundestag, beim Parlamentarischen Abend in Berlin. Es müssten alle Mög- lichkeiten - auch die deutsche EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2007 - genutzt werden, um gleiche Chancen für das gesamte Europa zu schaffen. „Der grenzüberschreitende Schienengüterverkehr bie- tet allen Bahnen die richtigen Chancen, um im europäischen Wettbewerb auch gegenüber der Straße Marktanteile zu ge- winnen. Wir brauchen offene Märkte und freie Fahrt für die Bahnen", betonte Lippold. Not- wendig seien verstärkte Koo- peration, bessere Betriebsab- läufe, schnellerer Transport auf der Schiene und eine Ver- einheitlichung oder zumindest Angleichung von Technik, Be- triebsbedingungen, Strategien und Marktanstrengungen der Bahnunternehmen in Europa. Brüssel setzt große Erwar- tungen in die Deutsche Rats- präsidentschaft im ersten Halbjahr 2007. Helmut Schmitt von Sydow, Hauptberater der Generaldirektion Energie und Verkehr der Europäischen Kommission, bezeichnete den Stand der EU-Bahnliberalisie- rung als positiv und entwick- lungsfähig. Die Kommission werde auch die EU-Harmoni- sierung im Schienenverkehr weiter vorantreiben - sie wolle noch in diesem Jahr Vorschlä- ge für die gegenseitige Aner- kennung nationaler Zertifizie- rungen von Lokomotiven im sicherheitsrelevanten Bereich vorlegen. „Diese gegenseitige Anerkennung von sicherheits- relevanten Aspekten bei der Zertifizierung muss bedeuten, dass ein Fahrzeug mit natio- naler Zulassung nach inter- nationalem Standard auf dem gesamten Netz fahren können muss", so Schmitt von Sydow. Im kommenden Jahr werde die EU-Kommission außerdem damit beginnen, die nationalen Regulierungsstellen zu über- prüfen und zu bewerten - ein wesentlicher Schritt, die Um- setzung der Brüsseler Libera- lisierungsvorschriften auf den Prüfstand zu stellen. Für die weitere Entwicklung zur Liberalisierung erwartet Schmitt von Sydow von der Deutschen Ratspräsident- schaft im ersten Halbjahr 2007 echte Fortschritte: .Dann kann schnell etwas bewegt wer- den, vor allem aber können längerfristige Prozesse von Deutschland als wichtigem Schrittmacher angestoßen und eingeleitet werden". Bestehende technische Hemm- nisse im heutigen grenzüber- schreitenden Güterverkehr und dafür geeignete Lösungs- ansätze zeigten Siemens Transportation-Chef Hans M. Schabert, Railion-Chef Dr. Klaus Kremper und Henrik Würdemann, Mitglied der Ge- schäftsführung Veolia Cargo Deutschland GmbH. Schabert und Kremper wiesen auf die praktischen Probleme der Liberalisierung des euro- päischen Schienenverkehrs hin. Neben administrativen Marktzugangsbarrieren ver- ursachen die nationalen Zug- sicherungssysteme sowie die unterschiedlichen Spannungs- systeme erhebliche Kosten. Die Angleichung der unterschied- lichen Systeme verursachten zudem erhebliche Migrations- kosten, die durch nationale Ko-Finanzierungen reduziert werden müßten. Würdemann ging auf praktische Probleme des Netzzugangs bei den Mit- gliedsländern ein und forderte vergleichbare Wettbewerbsbe- dingungen er Bahnen unter- einander wie auch gegenüber dem Straßenverkehr.


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